Großübung der Feuerwehr Sulz am Freibad Susolei
Am vergangenen Samstag, den 11. April 2026, führte die Feuerwehr Sulz eine umfangreiche Gefahrgutübung am Sulzer Freibad Susolei durch. Gegen 14:00 Uhr wurden die Einsatzabteilungen Stadt, Fischingen und Holzhausen gemeinsam mit der Führungsgruppe Sulz/Oberndorf/Dornhan und dem Gefahrgutzug des Landkreises Rottweil unter dem Alarmstichwort „H Gefahr 2 – Chlorgasaustritt – Personen in Gefahr“ alarmiert. Ebenfalls an der Übung beteiligt war die DRK Bereitschaft Sulz.
Ausgangspunkt der Übung war ein angenommener Zwischenfall bei Wartungsarbeiten an der Chlorgasanlage des Freibads. Dabei kam es zu einer unkontrollierten Freisetzung von Chlorgas, welches sich sowohl im Gebäude als auch, begünstigt durch die vorherrschende Windrichtung, in Richtung eines angrenzenden Wohngebiets ausbreitete. Zwei Personen galten als betroffen, eine davon bewusstlos im Außenbereich, eine weitere im Untergeschoss des Gebäudes.
Koordinierter Einsatz von Beginn an
Nach dem Eintreffen an einem eingerichteten Bereitstellungsraum wurden die Einsatzkräfte gezielt durch die Einsatzleitung abgerufen. Die ersteintreffenden Kräfte der Feuerwehr Sulz erkundeten die Lage, sperrten den Gefahrenbereich weiträumig ab und begannen umgehend mit der Menschenrettung unter Atemschutz.
Eine bewusstlose Person wurde im Außenbereich vor dem Technikraum aufgefunden und gerettet. Parallel dazu wurde ein Sofort-Dekontaminationsplatz eingerichtet, um betroffene Personen sowie eingesetzte Kräfte schnell von möglichen Kontaminationen zu befreien.
Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung
Zur Eindämmung der Gefahr wurde mit mehreren Strahlrohren eine Wasserwand aufgebaut. Ziel dieser Maßnahme war es, das austretende Chlorgas niederzuschlagen und eine weitere Ausbreitung in Richtung Wohngebiet zu verhindern. Die notwendige Wasserversorgung wurde dabei aus dem Neckar sichergestellt.
Spezialkräfte übernehmen zentrale Aufgaben
Im weiteren Verlauf übernahm der Gefahrgutzug des Landkreises Rottweil, bestehend aus Kräften der Feuerwehr Rottweil Rottweil, Schramberg und Deißlingen, die weiterführenden Maßnahmen. Dazu gehörten insbesondere die Abdichtung der Austrittsstelle, die Durchführung von Messungen sowie die Rettung der zweiten vermissten Person aus dem Untergeschoss.
Auch die weitere Dekontamination wurde durch die spezialisierten Einheiten sichergestellt. Die DRK-Bereitschaft Sulz übernahm parallel die medizinische Versorgung der geretteten Personen.
Starke Zusammenarbeit aller Beteiligten
Insgesamt waren rund 90 Einsatzkräfte mit zahlreichen Fahrzeugen an der Übung beteiligt. Ziel war es, die Abläufe bei einem Gefahrstoffeinsatz zu trainieren sowie die Zusammenarbeit zwischen den örtlichen Einsatzabteilungen, der Führungsgruppe und den überörtlichen Spezialkräften zu festigen.
Der Kommandant der Feuerwehr Sulz, Florian Karl, zeigte sich im Anschluss sehr zufrieden mit dem Übungsverlauf und lobte insbesondere die strukturierte Zusammenarbeit sowie die reibungslose Kommunikation zwischen den Einheiten. Auch der Sulzer Bürgermeister Jens Keucher und Kreisbrandmeister Philipp Glunz verschafften sich vor Ort ein Bild der Übung und würdigten das Engagement sowie die Leistungsfähigkeit der beteiligten Einsatzkräfte.